TEMPLER - 700 JAHRE UNSCHULDIG UNTER PÄPSTLICHEM FLUCH !

Bann = Exkommunikation
Die feierliche Ausschließung aus der Kirchengemeinschaft wegen Ketzerei oder anderer kirchlicher Vergehen, besteht entweder nur in zeitweiligem Ausschluss vom Gottesdienst und Sakramentsgenuss (Kleiner Kirchenbann), oder in völligem Ausschluss unter Verfluchung (Anathema; Großer Kirchenbann).

Der Templerorden wurde am 2. Mai 1312, mit der Bulle
„AD PROVIDAM CHRISTI VICARII“ gebannt, also VERFLUCHT.
Ein Auszug aus der Bulle: „…Da der Orden der Tempelherren durch schändliche Verbrechen, welche wegen ihrer Schändlichkeit mit Stillschweigen zu übergehen sind, ganz verdorben ist, so vertilgen wir dessen Dasein, Kleidung, Namen nicht ohne bittere Wehmut, doch mit Bestimmung des Konzils, zwar nicht durch ein Endurtheil, da wir ein solches über den Orden nach den Untersuchungsakten nicht mit Recht fällen können; aber wir fällen es aus Vorsicht und durch apostolische Anordnung, heben sonach den Orden auf durch unauflösbare und ewig geltende Sanktion, untersagen bei Strafe des Bannes in diesem Orden zu trete, seine Kleidung anzunehmen, zu tragen, sich überhaupt als Templer zu zeigen…“

Mit diesem Fluch, war der Orden sistiert.

WARUM KAM ES ZU DIESEM UNRECHT?

Es muss zur Klärung dieser Frage, die politische Situation jener Zeit herangezogen werden. Sobald die Nachricht von der Verhaftung des Großmeisters (13. Oktober 1307) auch in Österreich bekannt wurde, war das weitere Vorgehen des französischen Königs klar. Philipp IV. „der Schöne“ wollte Großmeister der Templer werden, und nicht wie immer behauptet wird, den mächtigen Orden vernichten. Philipp IV. war seit 1305 Witwer. Eine passende Ehe, die Macht- und Vermögenszuwachs unmittelbar gebracht hätte, konnte nicht gefunden werden.
Deshalb wollte er seine Machtposition auf eine andere Weise ausdehnen. Wäre er Großmeister des Templerordens geworden, hätte er in allen Ländern, wo Templer Besitzungen hatten, seine usurpatorische Machtpolitik ausüben können. Philipp IV. wäre damit Befehlshaber über eine internationale Miliz geworden, welche ihm, wegen der Ordensgelübde, auch bedingungslos hätte gehorchen müssen. Der Templerorden war unmittelbar dem Papst unterstellt und dem Großmeister, kein weltlicher Herrscher konnte einem Tempelritter etwas befehlen
Als am 1. Mai 1308 der deutsche König und Habsburger, Albrecht I., von seinem Neffen Johann von Schwaben (Paricida-Vatermörder) überfallen und ermordet wurde, mussten die Kurfürsten einen neuen König wählen. Philipp IV. versuchte, durch große Schmiergeldzahlungen, die Kurfürsten zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Ein Jahr lang stockte deshalb der Prozess gegen den Templerorden, es gab keine Verhöre und keine Verhandlungen. Erst als Philipp IV. erkennen musste, dass seine Zahlungen verloren und nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatten, wurde der Prozess gegen den Templerorden fortgesetzt.
Es gab daher für die Tempelritter in allen Ländern, wo sie Besitzungen hatten,
selbstverständlich auch in Österreich, nur eine Alternative, nämlich den Orden sofort einer Umorganisation zu unterwerfen. Verpflichtet waren sie dazu, weil der Großmeister gewaltsam an der Ausübung seines Amtes gehindert wurde – daher kam das im Templerorden dafür vorgesehene Kriegsrecht zur Anwendung. Eine solche Umstrukturierung erfolgte sicherlich auch auf Betreiben aller Herrschenden, die es nicht geduldet hätten, dass Philipp IV. in ihren Ländern, als Großmeister der Templer, Befehlsgewalt gehabt hätte.
Den Reichtum des Ordens nützte Philipp IV. bereits seit Jahren. Die Pariser Templer waren ihm treu ergeben, viele stammten aus angesehenen französischen Adelsfamilien. Der Orden stand deshalb vor der Spaltung. Die eine Partei hatte den französischen König bei allen seinen Handlungen gegen Papst Bonifaz VIII. unterstützt, die andere Partei hatte sich der Meinung des papsttreuen Großmeisters angeschlossen.

Von Raimund Lull, einem bekannten Intellektuellen jener Zeit, war die Idee in die Welt gesetzt worden, dass der Großmeister der Templer zum Kriegskönig ernannt werden sollte, und alle geistlichen Ritterorden sich unter seine Befehlsgewalt stellen müssten. Diese schwärmerische Idee war verständlicherweise nicht realisierbar. Philipp IV. wollte den Orden zunächst nicht vernichten. Denn dadurch erlangten andere Könige und Fürsten beträchtliche finanzielle Gewinne. Er selbst hätte das weltweite Netz des Templerordens für sich gewinnen wollen um noch mächtiger zu werden, als der Deutsche König. Nach der Vernichtung des Ordens, konnte Philipp IV. nur einen Bruchteil des Templervermögens für sich beanspruchen. Die weltweite Macht des Ordens ging mit der Bannbulle verloren.

Beträchtlichen Gewinn aus dem Prozess gegen den Templerorden, zogen die Hospitaliter danach Rhodosritter danach Malteserritter danach Johanniter, welche ihren Besitzstand um mehr als das Doppelte vergrößern konnten. Nur dadurch war es ihnen möglich, Rhodos zu erobern und lange zu verteidigen. In den deutschen Ländern wurde der Besitz der Templer zwischen dem Deutschen Orden und den Hospitalitern aufgeteilt, nachdem Könige, Fürsten und Bischöfe ihre Kosten für den Templerprozess einbehalten hatten.

In Österreich wurde durch die bereits erwähnte Maßnahme, der Templerorden schon nach der Verhaftungswelle im Jahre 1307 umgewandelt und die Güter in andere Bruderschaften eingebracht. Wieso speziell Österreich nicht ausdrücklich in den Berichten über Templer erwähnt wird, ist darauf zurückzuführen, dass hier ebenso Deutsch gesprochen wurde, wie in anderen deutschen Ländern. Deshalb wurden deutschsprachige Templer oft nicht ausdrücklich als Österreicher erwähnt, sondern meist als Deutsche bezeichnet.

Aus vorhandenen Dokumenten wird auf templerische Besitzungen in Österreich hingewiesen. Die Ansicht mancher Historiker, dass Österreich von Böhmen aus, durch die Kommende Scheikwitz verwaltet wurde, ist sicher nicht richtig. Das widerspräche der Verwaltungsstruktur des Templerordens.

WAS WAREN DIE FOLGEN DER VERNICHTUNG DES TEMPLERORDENS?
Nach der Vernichtung des Templerordens war das 14. Jahrhundert geprägt von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Katastrophen. Der Zusammenbruch der Wirtschaft und des Finanzsystems löste Hungernöte in der Bevölkerung aus und in deren Folge Pandemien und Massenseuchen.
Durch die Vernichtung des Ordens wurden 200 Jahre europäische Kulturgeschichte verfälscht. Der Begriff „finsteres Mittelalter“ ist auf den angeblichen Mangel von ausreichenden schriftlichen Unterlagen zurückzuführen. Das ist dem Versuch zuzuschreiben, alle Spuren des Templerordens zu tilgen.

ORDENSGRÜNDUNG
Der Tempelherrenorden wurde zu Pfingsten 1180 in Jerusalem gegründet. Die beiden Gründerväter waren Hugo von Payens – dem Ritter der für die weltlichen Belange zuständig war (payer – zahlen), und Gaufridus de St. Aumer – dem Geistlichen, abgeleitet von Aumône – Almose, und Aumônier – Almosenpfleger, Geistlicher

Bei den Namen der beiden Gründerväter handelt es sich um Appellativs, das bedeutet, die Stellung der beiden im Orden wurde schließlich zu deren Eigennamen.

Weitere sieben Ritter traten der Ordensgründung bei, die alle aus dem heutigen Frankreich kamen. Einer von ihnen war Andreas, ein Verwandter von Bernhard von Clairvaux.

Bernhard von Clairvaux wird fälschlicherweise als Gründer des Ordens bezeichnet. Er wird in der Geschichtsschreibung auch wenig schmeichelhaft, als „merkwürdiger, vom Eifer für die Religion ganz durchdrungener und an allen wichtigen Händeln dieser Zeit teilnehmender Mann“ beschrieben.

Sicher war Bernhard von dem Orden begeistert, dessen Zweck es war, den Gläubigen den ungestörten Besuch der Heiligen Stätten zu ermöglichen. Er war aber nur Initiator des Templerordens und hatte, wie bereits erwähnt, unter den ersten Mitgliedern seinen Onkel Andreas.

Die Ritter legten die Mönchsgelübde vor dem Patriarchen von Jerusalem ab, nämlich Keuschheit, Gehorsam und Armut und als viertes Gelübde, dass sie das Heilige Grab und die Pilger schützen würden. Es waren Ritter, die Mönche wurden, aber Ritter blieben. Deshalb ist die Annahme, Mönche griffen zum Schwert nicht richtig.

Die 9 Mitglieder, sollten analog für die 9 Helden (neuf preux) der frühen Geschichte stehen.
Joshua, David, Judas
Hektor, Alexander, Julius Cäsar
Artus, Karl der Große, Gottfried von Bouillon

WOHER KOMMT DER NAME „TEMPLER“?
Die Tempelritter nannten sich nach dem Objekt, welches sie in Zukunft vor den Übergriffen der Muslime schützen wollten, nämlich dem Felsengrab von Jesus, welches auch Tempel genannt wurde. Die darüber gebaute Heilig-Grabes-Kirche ist auch auf einem frühen Templersiegel zu sehen.
Deshalb ist die Annahme falsch, dass sich der neue Orden nach der Unterkunft nannte, die ihnen von König Balduin II. als Schlafstelle und Pferdestall zugeteilt worden war.

VORWURF DER SODOMIE (HOMOSEXUALITÄT)

Wie ist eines der ältesten Siegel des Ordens zu deuten, auf dem zwei Ritter hintereinander auf einem Pferd sitzen. Vieles ist bei der Deutung dieser Darstellung hineininterpretiert worden, von der Armut der Ritter bis zu deren angeblicher Homosexualität. Beides ist falsch. Das Siegel ist die Darstellung des Satzes, den Horaz (65 – 8 v. Chr.) geprägt hatte.
POST EQUITEM SEDET ATRA CURA – Hinter dem Reiter sitzt der strenge Hüter.
Die Templer waren überzeugt, dass Gott sie ständig schützen, aber auch beim jüngsten Gericht beurteilen würde.

VORWURF DER HÄRESIE (KETZERTUM)
Den Templern wurde vorgeworfen, auf das Kreuz gespuckt zu haben. Nur unter der Folter gestanden manche Ordensbrüder dieses Verbrechen.
Man warf ihnen außerdem vor, Alchemie und Astrologie zum Schaden anderer zu betreiben.
Auch die Anbetung eines Totenkopfes wurde angeklagt.

WIESO WIRD BEHAUPTET, DASS DIE TEMPLER EINEN KOPF ANGEBETET HÄTTEN?
In diesem Zusammenhang muss die Reliquiensammlung der Templer angeführt werden, auch Weihrauchgefäße in Kopfform wurden von den Templern in ihren Kirchen verwendet, keineswegs wurden diese jedoch angebetet.
WOHER KOMMT DER BEGRIFF „BAFOMET“?
Der Ausdruck „BAFOMET“ ist eine Erfindung des Schriftstellers und königlichen Hofrates Josef Freiherr von Hammer-Purgstal (1774 – 1856), der Anfang des 19. Jahrhunderts äußerst mangelhafte Übersetzungsarbeiten leistete. Viele Schriftsteller danach, machten daraus, einen den Templern willfährigen Dämon. Alle daraus resultierenden Geschichten, sind nichts anderes, als schriftstellerische Erfindungen und Sensationshascherei.
Bei dem Begriff „BAFOMET“ handelt es sich um einen Irrtum beim Transcribieren. Das französische Wort BAFOUER bedeutet „zu verhöhnen“. Genau dies wurde den Templern vorgeworfen, nämlich dass sie das Kreuz und den christlichen Glauben verhöhnt hätten.

Da in dieser Zeit Texte ausschließlich mit der Hand geschrieben wurden, ist noch heute in diversen Dokumenten ersichtlich, dass ein „M“ und ein „U“ leicht verwechselt werden können und die Endungen der Worte waren oft sehr undeutlich geschrieben.

In der betreffenden Aussage war also nichts anderes angedeutet, als dass die Templer etwas verhöhnten. Dies gestand jedoch nicht ein Tempelritter, sondern einer von vielen gekauften Zeugen, welcher irgendetwas aussagen musste.

Nachdem nun der Ursprung des Wortes „BAFOUER“ geklärt wurde, ist es auch klar, dass es absolut auszuschließen ist, dass es sich hierbei um die Verbalhornung des Namens „Mohammed“ handelt.

FALSCHE BESCHULDIGUNGEN
Hier kommt ein historisch bewiesener Satz zur Geltung: Der Sieger schreibt die Geschichte. Philipp IV. war es gelungen, einen seinen Wünschen völlig willfährigen Papst wählen zu lassen, der auf seinen Befehl hin, Frankreich nicht mehr verlassen durfte. Mit Klemens V. begann die fast 70 Jahre lang dauernde Babylonische Gefangenschaft der französischen Päpste in Frankreich.
Die Verleumdungen, welche in den meisten Templerbüchern genüsslich breitgetreten werden, stammen großteils aus den königlichen Archiven. Alle angeblichen Geständnisse der Templer, sind den Verhörakten gegen die Ordensbrüder entnommen, wo nur die unter der Folter erpressten und belastenden Aussagen protokolliert wurden.
Nur wenige Autoren machten sich die Mühe, Originaltexte zu übersetzen und auszuwerten. Einfachheitshalber wird von vielen Schriftstellern auch die vorgefasste Meinung der Vorschreiber übernommen. Dabei gehen viele Hinweise verloren, welche den wahren Sachverhalt aufklären könnten.
Danach folgten jahrzehntelang, nur französische Päpste in Avignon, die das Urteil gegen den Templerorden aus Furcht vor den französischen Königen nicht aufhoben.
FOLTER
Häufig wird nicht darauf eingegangen, dass bei den Verhören, bereits vom ersten Tag an die Folter eingesetzt wurde. Diese war so grauenvoll, dass es nur Hohn sein kann, wenn einige Schriftsteller behaupten, unter der Folter käme auch die Wahrheit zu Tage. Eine Schriftstellerin wiederum mokiert sich darüber, dass Krieger, wie es die Templer waren, auf Grund der Folter kein nicht begangenes Verbrechen gestehen hätten dürfen. Wenn man sich nur annähernd die Qualen vorstellen kann, welche den Templern unter der Folter zugefügt wurden, wird man sich eingestehen, dass man selbst alle Vorwürfe gestanden hätte, nur, um nicht weiter gefoltert zu werden.

Wenn nun in einigen Protokollen berichtet wird, die Geständnisse der Templer wären ohne Folter erfolgt, so ist dies falsch, weil Folterungen unterbrochen werden konnten, dann der Delinquent einige Tage in einen finstern Kerker geworfen wurde, in schwere Eisen geschmiedet, ohne Essen, in seinem eigenen Schmutz, dann wieder befragt wurde, und nun häufig alles gestand, was man hören wollte. Die Akten vermerkten dann, dass nicht gefoltert wurde, ohne hinzuzufügen, dass die Folter nur an diesem Tage nicht angewendet worden war. Viele Tempelritter verstarben bereits in den ersten Wochen nach der Verhaftung unter der Folter.
VERTEIDIGUNG DER TEMPLER
Die Tempelritter hatten weder die Verhaftung noch das Urteil ohne Widerspruch hingenommen. Viele Templer hatten eine nach unseren heutigen Begriffen, universitäre Rechtsausbildung. Dies war schon zur Verwaltung ihrer umfangreichen Besitzungen erforderlich. Bei den Kommissionen, welche die Untersuchungen gegen den Templerorden führten, sind mehrere Verteidigungsschreiben eingebracht worden, die sowohl mündlich von Pierre de Boulogne, einem Templerpriester, als auch von einigen anderen Tempelrittern, vorgebracht wurden. Die Verteidigung des Ordens, konnten jedoch nur jene Templer übernehmen, die bereits in Gefangenschaft waren, da alle anderen bei diesem als Ketzerprozess geführten Verfahren, sofort ebenfalls dem Ketzergericht verfallen gewesen wären.

WAR JACQUES DE MOLAY EIN UNGEBILDETER GREIS?
Diese Beschreibung wurde Jacques des Molay von Historikern verpasst. Es wird immer wieder darauf verwiesen, dass der Großmeister der Templer, sich selbst als:
MILES ILLITERATUS ET PAUPER bezeichnete. Die Geschichtsschreiber unterstellen ihm daher, er hätte sich selbst einen ungebildeten und armen Ritter genannt.
Er meinte hingegen mit ILLITERATUS, dass er seit der Gefangennahme, sich nicht in die Materie einlesen konnte, weil er keine schriftlichen Unterlagen und Verhörprotokolle erhalten hatte. Deshalb konnte er diese nicht lesen. Außerdem wurde er daran gehindert, das Vermögen des Templerordens für Advokaten einzusetzen. Darum nannte sich Jacques de Molay auch PAUPER – weil er gänzlich beschränkt wurde, in seinen finanziellen Mitteln. Übersehen wird dabei auch, dass es nach den damaligen gesellschaftlichen Regeln zwingend war, dass jeder seine Person weitestgehend zurücknehmen musste, es galt der Topos der „Selbstabwertung“. Jeder wusste zu dieser Zeit, dass es sich hierbei um eine Floskel handelte, die nichts mit der tatsächlichen Bildung des Großmeisters zu tun hatte.
FLUCH DES GROSSMEISTERS?
Angeblich hätte Jacques de Molay den Papst und den König mit seinen letzten Worten verflucht. Zwar starben sowohl der Papst als auch der französische König noch im selben Jahr, in welchem der Großmeister der Templer, auf langsamem Feuer den Martertod erlitt. Es ist möglich, dass Jacques de Molay in seiner Todesstunde, als Visionär, eine Zukunftssicht hatte. Als gläubiger Christ hat er im Angesicht des Todes, sicher keinen Fluch ausgesprochen. Der Papst starb wenige Tage nach der qualvollen Hinrichtung des Großmeisters. König Philipp IV. „verunglückte“ noch innerhalb Jahresfrist. Daher kam die Legende auf, der Großmeister hätte beide mit einem Fluch bedacht, dass sie beide bald vor ihrem göttlichen Richter stehen würden. Es ist verständlich, dass der Tod der beiden Hauptschuldigen, viele Leute an schicksalhafte Gerechtigkeit glauben ließ.

ARCHIV DER TEMPLER
Jeder, der die Möglichkeit hatte, suchte danach. Man muss aber bedenken, dass die Tempelritter seit der Verhaftung bis zum Bann gegen den Orden, immerhin 7 Jahre lang Zeit hatten, ihre Dokumente zu verbringen. Besonders Philipp IV. hatte intensiv nach diesen Dokumenten suchen lassen. In Frankreich kann das Archiv daher sicher nicht sein, weil der französische König dieses sofort an sich gebracht hätte. Das Archiv ist auf Grund der politischen Situation in diesen Jahren, mit großer Sicherheit in die Umgebung von Wien verbracht worden. Der Habsburger Albrecht I. war als Deutscher König machtvoll genug, der französischen Kriegspolitik Paroli zu bieten.
Auch Napoleon ließ intensiv nach dem Templerarchiv suchen. Er plünderte Unterlagen im Vatikan, und ließ nach der Besetzung Österreichs, auch in Wiener Archiven suchen. Das Archiv des Erzbischofs von Salzburg wurde gänzlich geplündert.
„TEMPELAISEN“
Interessant ist, dass bereits wenige Jahre nach der Verhaftung der Templer, in Österreich eine Bruderschaft gegründet wurde, welche sich „Tempelaisen“ nannte, und dessen Mitglieder alle dem Hochadel angehörten. Diese Bruderschaft verwaltete umfangreiche Besitzungen der Templer und hatte eine Loge auf Schloss Lichtenstein.
In der Augustinerkirche am Josefplatz befindet sich eine gotische Georgskapelle, die Anfang des 14. Jahrhunderts als Versammlungsort für die Bruderschaft der „Tempelaisen“ erbaut wurde. Die beiden jetzt dort befindlichen Grabmäler, wurden erst Mitte des 18. Jahrhunderts hineingestellt. Offenbar wurde die Innenausstattung dieser „Georgskapelle“ zum Vorbild genommen, für viele Logen nachfolgender Bruderschaften.
VERDIENSTE DES TEMPLERORDENS
Die Templer brachten zum Beispiel Zuckerrohr und Baumwolle in den Westen. Häufig wird angenommen, dass diese Produkte erst nach der Entdeckung Amerikas in Europa eingeführt wurden. Es wurden jedoch bereits um das Jahr 1000 Zuckerrohr und Baumwolle in Palästina angebaut. Nach der Eroberung des Heiligen Landes, wurden diese Produkte von den Templern nach Europa gebracht. Sie besaßen selbst umfangreiche Zuckerrohrplantagen auf Zypern bei Kolossi. Baumwollstoffe nannte man nach einem arabischen Wort (BARRAKÄN) Barchent. Es gab vielerlei Webarten und zum Teil wurden daraus kostbare, glänzende Stoffe erzeugt.
Die Templer förderten und schützen den Handel, und betrieben die dafür notwendigen umfangreiche Bankgeschäfte. Um für Pilger finanzielle Transaktionen gefahrlos zu ermöglichen, hatten die Templer z.B. den Vorläufer des Travellerschecks erfunden. Die Pilger konnten in Europa Geld einzahlen und im Heiligen Land diese Summe in Landeswährung einlösen. Templer verliehen auch Geld. Sie nahmen keine Zinsen, weil dies den Christen verboten war, sondern bewirtschafteten die zur Sicherstellung übergebenen Grundstücke. Der Erlös aus dieser Bewirtschaftung stellte den Gewinn dar. Dadurch lag das Risiko eines Kredites ausschließlich bei den Templern, da Missernten oder Preisverfall zu ihren Lasten gingen.
Die Templer brachten mit großem Erfolg viele bis dahin unbekannte Produkte nach Europa. Ebenso Waffen und Rüstungen. Große Leistungen erbrachten sie im Bauwesen, Architektur, Wasserbau und der Landwirtschaft.
Sie verwendeten für die Berechnung ihrer zahlreichen gotischen Kirchenbauten, die arabischen Ziffern und vor allem die Ziffer Null.
Die neuen Erkenntnisse erforderten auch neue Fähigkeiten zur Herstellung und Verarbeitung von Produkten. Dies wurde in den Bauhütten gelehrt. La Loge – die Loge – war der Begriff dafür, ursprünglich wurden hölzerne Hütten so bezeichnet.
Solche Rahmenbedingungen waren erforderlich für den Bau von Burgen und gotischen Kathedralen, weil dafür qualifizierte Architekten und spezialisierte Handwerker notwendig waren. Schon seit dem 12. Jahrhundert wurden solche Spezialisten „maitre des engins“ – also Meister der Werkzeuge, Maschinen, Hebezeuge etc. genannt. Daraus entwickelte sich der Begriff des Ingenieurs, sowie in Nachfolgebruderschaften, der 12. Grad, genannt „Groß-Architekt“.
Die Templer errichteten entlang der Pilgerwege entweder ein Biwak, eine Kapelle oder eine Kathedrale. Jedenfalls konnte jeder Pilger nach ca. 20 km mit einer sicheren Unterkunft rechnen.

ALCHEMIE
Die Templer betrieben selbstverständlich seriöse wissenschaftliche „Alchemie“. Die Ergebnisse der Alchemie führten mit stets verbesserten Erkenntnissen, zur Herstellung von Medikamenten, Farbstoffen, Tinten, Farbgläsern, Metallerzeugnissen, Tonwaren, sowie noch vielen anderen Produkten. Auch Schießpulver war bereits bekannt, und wurde als Zünd- und Brandmittel schon Ende des 13. Jahrhunderts verwendet.
Im Templerorden wurden bei der Herstellung von chemischen Produkten keine Zaubersprüche aufgesagt. Zu dieser Zeit gab es kaum exakte Messungen von Zeit und Temperatur. Deshalb musste eine vorgeschriebene Anzahl von Gebeten aufgesagt werden, wenn zum Beispiel eine Flüssigkeit eine bestimmte Zeit lang kochen sollte. Damit wurde eine halbwegs sichere Kalibrierung erreicht. Nicht die Worte waren also maßgeblich für den Erfolg einer chemischen Veränderung, sondern die damit erreichte Zeitmessung.
ASTROLOGIE
Astrologie und Astronomie waren ein Wissenschaftsgebiet, und hatte nichts mit jener Zukunftsdeutung zu tun, wie dies heute in Tageszeitungen praktiziert wird.
Astrologie ist die Erkenntnis, dass bei bestimmten Konstellationen der Planeten unseres Sonnensystems, verschiedene Reaktionen des Menschen feststellbar sind. Daher können durch Beobachtung und Berechnung der Planetenpositionen auch zukünftige Reaktionen mit statistischer Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden, immer in Bezug auf das Radixhoroskop, welches durch die Geburtskonstellation bestimmt wird. Man verwendete für die astrologische Deutung Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn, die restlichen Planeten waren unbekannt. Der Frühlings- und Herbstpunkt waren für die Landwirtschaft wichtig, ebenso der Mond. Die in der Astrologie verwendeten Sternzeichen, waren schon im Mittelalter nicht deckungsgleich mit den Sternbildern. Die weit entfernten Sternbilder wurden und werden nur als Symbole verwendet.
Da das Wissen über Astrologie Allgemeingut war, finden sich in und auf vielen romanischen und gotischen Kirchen astrologische Hinweise und Kürzeln.

Jedem Historiker muss klar sein, dass die versteckten Archive des Templerordens erst nach der Aufhebung des Bannes wieder zugängig werden. Deshalb ist es für uns Nachgeborene überaus wichtig, dass der Bann aufgehoben wird, um die wissenschaftliche Aufarbeitung unserer europäischen Geschichte durchführen zu können.
Ein Bann – Fluch – fällt immer auf jene zurück, die ihn ausgesprochen haben und die ihn aufrecht erhalten. Deshalb muss es jedem gläubigen Katholiken ein wichtiges Anliegen sein, dass dieser Unrechtsfluch endlich aus der Welt geschafft wird.
Fast scheint es wie ein mystischer Hinweis, dass die Rehabilitation der Templer, von Wien ausgehen könnte, wurde doch der Bann gegen den Templerorden, in einer kleinen Stadt in Frankreich ausgesprochen, zu Vienne.